Nichts gelernt, weiter wie immer…

by Robert James Perkins

Im Jahr zwei der Corona Pandemie, dachte ich doch, das die Welt die Zeit genutzt hat um einen Schritt zurück zutreten und um zu reflektieren, das es so wie es vor Corona war nicht mehr weiter gehen kann und darf. In manchen Bereichen des Lebens kann man kleine Sprossen des Umdenkens erkennen, aber ich bin mir sicher das nach Corona erstmal alles nachgeholt werden muss, was man in Pandemie Zeiten nicht machen durfte…

Nachdem aktuell immer und überall das Klima und das wir etwas fürs Klima tun müssen, diskutiert wird und man doch den Verkehr mehr auf die Schiene verlagern soll, sieht man im unteren Bild sehr gut, das die aktuellen Diskussionen nur eine “Green washing” Aktion ist, denn zu Urlaubszeiten, vor allem in der Pandemie wird wieder stärker mit dem Auto verreist in der Hoffnung das man somit dem Virus besser aus dem Weg gehen kann. Hier werden Wohnwägen und Wohnmobile von unerfahrenen Autofahrern, welche vorher noch nie oder nur in sehr begrenztem Rahmen solche Fahrzeuge bewegt haben, auf große Fahrt geschickt, was logischer weiße dann auch zu mehr Unfällen führt, durch Überschätzung oder falsche Maßnahmen in Gefahrensituationen. Da steht man dann schon mal mehrere Stunden auf den beliebten Autobahnen Deutschlands im Stau und keiner macht sich Gedanken über den CO2 Ausstoß oder gar darüber das der SUV dann noch mehr verbraucht als er eh schon tut…

 

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Aber auch in meinem Bereich, dem Veranstaltungswesen ist ein umdenken nicht zu beobachten, sogar im Gegenteil. Für mich als DJ der schon sehr lange im Geschäft ist, war es immer ein großes anliegen, meinen Gästen neue und gute Musik zu präsentieren, welche Sie in Ihren Filterblasen nie zu Gehör bekommen hätten. Eigentlich dachte ich das durch die diversen Lockdowns die Menschen Ihre entweder eigenen oder aber auch durch AI erstellten Playlisten in den diversen Streamingportalen satt hätten und sich daran tot gehört haben, aber NEIN sogar im Gegenteil…

Selbst bei Partys die ein Motto haben, welches sich nicht um die Vergangenheit dreht oder ein spezielles Musikgenre beinhaltet, gibt es nach wie vor immer diese Gäste die Ihre Spotify Playliste für das non plus ultra der Musikwelt halten und es dann dem DJ auch kund tun müssen, bei gewissem Pegel. Selbst wenn man bei einer Ibiza Party, wo aktuelle House und elektronische Musik das absolute Grundgerüst sind für dieses Motto und als Musik versierter DJ, der weiß das es auch Ibiza in den 90er Jahren schon gegeben hat und hier die Clubhits aus den 90er Jahren mit einbaut um dem Motto eine zeitliche Tiefe zu geben. Kommen immer wieder und aktuell vermehrt Gäste um die Ecke die dann plötzlich Ihre albgenudelten Backstreet Boys oder anderen nicht dem Moto entsprechenden Sound hören wollen…

Anstelle froh zu sein das der DJ einen aus der eigen Playlisten Blase heraus holt und man nun doch auch in Pandemie Zeiten etwas feiern darf und kann, haben viele anscheinend das Bedürfnis, im Suff zu peinlichen Songs der 90er Jahre wieder in aller Öffentlichkeit mit zum grölen. Das ist wie ich finde “egomanes zur Schau stellen in der Öffentlichkeit” nur um zu Beweisen, das man musikalisch schon seit 30 Jahren auf der Stelle tritt und sich neuem gegenüber schon seit sehr langer Zeit verschließt…

 

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Auch im Live Segment ist zu beobachten, das man hier lieber Cover Bands bucht, welche zwar die Stimmungsbringenden Klassiker spielen, sich aber damit rühmen diese in einem neuen Gewand zu spielen. Aber man dennoch schnell merkt, das es eigentlich nur die original Versionen sind welche einfach nur nachgespielt werden mit einer fetteren Bassdrum darunter und das war’s dann schon mit “die Songs in das neue Zeitalter zu holen”… (das kann auch ein 14 jähriger mit einem Computer und der nötigen Software zwischen den Hausaufgaben…)

In Zeiten einer Pandemie und wenn es danach wieder langsam mit Konzerten und Veranstaltungen los geht, sollte man eigentlich, wenn man Musiker unterstützen will, viel mehr unbekannte Bands oder solche Bands buchen die kurz vor dem Durchbruch stehen, als Cover Bands die von einem Dorffest zu nächsten tingeln um dort die ollen Kamellen zum besten zu geben die man eh schon 1000 mal gehört hat. Denn diese Cover Bands werden schneller wieder gebucht als Newcomer welche durch die Pandemie noch härter getroffen wurden. Weil sie zum Beispiel gerade nicht auf Tour gehen können oder alle Promo Maßnahmen für ein neues Album verpufft sind weil eben keinerlei Möglichkeiten da sind sich live zu präsentieren.

Ja ich weiß, bla bla bla, Stimmung, nur bekanntes und altes, laber laber Leberkäse und ich verstehe langsam nicht mehr, warum es so schwer ist sich auf neue Musik einzulassen, ohne Vorurteile (mein Vorurteil sind Schlager und durch die neue H.F. Single zusammen mit Louise Fonsi wurde dies auch wieder voll und ganz bestätigt – der arme Fonsi) und diese auch zu feiern. Da fällt keinem ein Zacken aus der Krone und man unterstützt authentisch und real neue Künstler egal welchen Genres und mal ganz ehrlich die Schreiber der alten Songs oder auch immer gerne “Klassiker” genannt, sind durch Ihre weiterhin fließenden Einnahmen durch Urheberrechtsgesellschaften besser durch die Krise gekommen als diejenigen die gerade erst Anfangen und noch keinen fetten GEMA Scheck zu erwarten haben durch Radio Airplays oder sonstiges…

Musik ist Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit, je nachdem, aber wenn man sich nicht auf neue Musik einlässt, wird es eine traurige musikalische Vergangenheit werden welche nie wieder so vielfältig sein wird wie in den 70, 80 oder 90er Jahren und wer jetzt wieder rum nölt das man sich die neue Musik nicht anhören kann, dem sei gesagt, das dies in der Vergangenheit schon immer so war, das Oma und Opa die Beatles verteufelt haben und wer den Schuss jetzt immer noch nicht gehört hat möge doch bitte mit seiner Pferdekutsche zu seinem Faxgerät nach Hause fahren, denn dort ist gerade der Anmeldebogen für den Kuckucks Klan gefaxt worden…

In diesem Sinne, mehr Toleranz, Interesse und Akzeptanz für neue Musik in Zeiten nach der Pandemie – Mike drop…!