Jetzt haben wir den Salat

by Robert James Perkins

 

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Eigentlich wollte ich ja über den Virus dessen Namen nicht mehr genannt werden darf und der daraus resultierenden Aktionen und Einschränkungen der Regierung und der Politik nicht mehr schreiben. Da ich nun aber Zeit habe, da durch den “Lockdown light” alle Veranstaltungen bis Ende 2020 nun abgesagt wurden, möchte ich mir ein paar Dinge von der Seele schreiben…

Lockdown light oder das “neue Ungerecht”

Der Die Das Virus ist in ganz Europa und auch weltweit zurück und schon seit ein paar Wochen steigen die Infektionszahlen unaufhaltsam. Um es mit den Worten von Yazz zusagen “The only way ist up“. Seit Anfang 2020 wissen wir nun das da so ein Virus am Start ist und auch wenn sich die Sterblichkeitsrate (in Deutschland) nicht signifikant unterscheide von den Jahren in dem wir das Virus nicht hatten, sind Medien und Politik in einem leichten bis starken Panik Modus unterwegs und das nun schon seit dem März 2020. Man liest und hört aus den verschiedensten Quellen, mal das es keine Intensivbetten mehr gibt und an anderer Stelle das Krankenschwestern/Pflegepersonal in Kurzarbeit geschickt werden (liegt daran das in einem gewissen Zeitraum keine regulären Operationen statt finden durften – mal nur so am Rande und eine Kinderkrankenschwester kann man nicht einfach in eine Intensivstation stecken). So hat man am Tag eben so viele faktisch richtige und relevante News, wie eben auch die dazugehörigen Dementi bzw. den Fake News Wichtel der alles versucht auf die ein oder andere Weise per (absurden) Argumentation zu widerlegen…

Wenn man sich ein eigenes reales Bild machen möchte, dann ist dies für mich im laufe der Pandemie anstrengend geworden hier die “Wahrheit liegt irgendwo da draus” Mitte für mich zu finden. Gefühlt haben wir aktuell 83 Millionen Virologen und jeder hat eine andere Meinung und was man aber an dieser Stelle auch mal erwähnen muss leidet die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft auch darunter wenn, dann plötzlich die Berechnungsgrundlagen (Sommer R-Wert vs. 7 Tage Inzidenz) geändert werden. Klar es ist eine völlig neue Situation und man ist unermüdlich am Sammeln von Daten, aber irgendwie habe ich das Gefühl, das man langsam aber sicher nicht mehr weiß was die Wissenschaft mit der Menge an Daten machen soll und mal in die Runde gefragt, gibt es eigentlich irgendwen der noch lebt und schon einmal eine Globale Pandemie erlebt hat…?

Deshalb hat man das Gefühl, das Regierungen, Politik und Wissenschaft aktuell wenig Plan haben was effektiv hilft und wie man sich am besten verhalten soll (Maske ja/nein – Lockdown ja/nein). Die gibt dann auch wieder den Fake News Wichteln neue Nahrung, weil Sie versuchen die Situation zu erfassen, mit Ihren Informationen und mit Ihrem Wissen, was dann auch zu den wildesten Spekulationen aus artet. Manchmal wenn ich dann solche Dinge lese, sehe oder höre denke ich mir manchmal “so dumm ist noch nicht mal eine Küchenschabe” oder “OMG wir sind alle verloren“. Das variiert, denn was mir der Pandemiefall gezeigt hat, ist das selbst Menschen von denen man eigentlich immer dachte “He, bodenständiger Mensch, noch den Großteil aller Tassen im Schrank” sich doch dann als kleiner “Verschwörungsschwurbler” entpuppte. Interessant ist aber auch die Gattung Mensch, welche sich immer gerne als Community Menschen darstellen, überall versuchen selbstlos zu helfen, etwas zu bewegen, aber dann im Pandemiefall dennoch in ein Risikogebiet fahren um dort Urlaub zu machen. Das sind diejenigen, denen die Gesellschaft eigentlich egal ist wenn diese Ihre eigene Freiheit und Egomanie einschränken will.

Na ja nichts desto trotz, ab heute haben wir den Lockdown light und kann mir mal einer erklären warum Nagelstudios schließen müssen aber Friseure geöffnet bleiben…? (fragt der Glaze tragende DJ mit gepflegten Nägeln)

Wenn der Pandemiefall zum indirekten Wahlkampf Thema wird

Einige der Entscheidungen der Politik und der Regierungen finde ich auch mehr als fragwürdig, (Friseur Besuche sind doch für manche auch Freizeitvergnügen) aber ich finde das die aktuelle Situation mit dem Virus nicht als Wahlkampf Instrument und Profilierungsplattform für manche Politiker herhalten darf. In Amerika wird in ein paar Tagen gewählt und hier werfen sich die Parteien gegenseitig vor was alles falsch gelaufen ist im aktuellen Umgang mit der Pandemie. Da werfen die nicht Regierungsparteien den amtierenden Regierungen vor Was versäumt wurde, welche Maßnahmen falsch sind, was zu spät gemacht wurde und so weiter und die regierenden Parteien sind dann auch nicht viel besser denn die werfen den Oppositionen vor das sie alles torpediert haben und nicht an einem Strang gezogen hätten. In Deutschland wird 2021 gewählt und ich bin mir sicher das wir in der Endphase der Pandemie (sofern die kommt) auch hier in Deutschland das Thema Corona als Wahlkampfmittel eingesetzt wird um sich Stimmen zu sichern.

Wie schon erwähnt wieder viel Blabla, es wird viel versprochen, vor allem wirtschaftliche Entschädigung der Menschen und Unternehmen dessen Existenz bedroht ist durch die Pandemie und dennoch werden neue Hilfsprogramme wieder oder vielmehr immer noch so gestaltet, das nur die großen davon ein wenig profitieren und von der Lobby Arbeit der Reisebranche und Automobilbranche brauche ich hier denke ich nicht Anfangen und was diese an finanziellen Hilfen bekommen haben. Was wieder auf der Strecke bleibt ist ein Teil des Mittelstandes, die Gastronomie, die Veranstaltungsbranche, Kunst und Kultur,  sowie die Soloselbstständigen. Mag daran liegen das diese Bereiche fast keine Lobby Arbeit machen, aber es liegt auch daran das selbst innerhalb dieser Gruppierungen nicht alle an einem Strang ziehen und jeder sein eigenes “Süppchen” kocht und es wird versucht mit kleinen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen…

 

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Together wären wir strong – ach ich fahr erstmal in den Urlaub

In den Sommermonaten hatte man den Anschein als wäre alles schon wieder fast vorbei, es wurde gefeiert, es wurde gereist und als wenn man ein Leben als Eintagsfliege führen würde, wurde nicht an den Herbst und an den Winter gedacht. Nicht nur das sich die verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Kunst, Kultur und der Musikschaffenden endlich mal zusammen getan hätten, (um es mal Banal und Plakative darzustellen: der Jazzer sprach nur bedingt mit den Klassikmusikern, die Wiederrum haben sich nur begrenzt mit den Pop Musikern auseinandergesetzt, die DJs waren ja eh schon immer ein gespaltener Haufen, sonst wäre der Aufschrei über die seit März 2020 geschlossenen Clubs viel viel größer, der Rapper, spricht ned mit dem Metaller und und und – diese Differenzen untereinander brachten und werden uns nie ans Ziel bringen in unserer Existenz bedrohenden Lage Gehör zu finden in der Politik und bei den Regierungen – also sprecht mehr miteinander) warum auch, im Sommer lief es doch noch einigermaßen auf Sparflamme und klar ein Jahr ohne Urlaub geht ja mal gar nicht, deshalb fährt man lieber in Risikogebiete um dort mal keine mit Touristen überlaufenen Sehenswürdigkeiten zusehen, als das man sich über die Sommermonate hinweg zusammensetzt und einen Plan entwickelt wie man in den kalten Monaten mit dem Virus weiterhin spielen kann und wie man sich in der Politik mehr Gehör verschafft und wie man hier mit Wissenschaft und Politik zusammenarbeiten könnte um das Gesellschaftliche Leben nicht völlig den Bach runter gehen zu lassen…

Ein anschauliches Beispiel sind die Demonstrationen von Kunst & Kultur schaffenden und der Veranstaltungsbranche in den Sommermonaten. Es fand einiges statt, in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, etc. nur nicht in München. Da bekam man irgendwie das Gefühl, das in München die Künstler und Soloselbstständigen eh noch genug Geld haben oder das man lieber in den Urlaub fahre als Mittel der Pandemieverdrängung. Ich hab im August bei den Initiatoren der Aktion “Alarmstufe Rot” mal nachgefragt warum den in München nie etwas stattfindet. Die Antwort war ernüchternd, denn mir wurde mit geteilt das sich in München niemand gefunden hat der hier etwas organisiert. Witziger weiße erschien dann so im September die Regionale “Aufstehen für Kultur” Gruppierung in Erscheinung welche dann am 24. Oktober dann eine “Großdemo” am Königsplatz abhielt um auf die prekäre Situation von Kunst und Kultur aufmerksam zu machen. (Echt jetzt, erst im Oktober 2020 ist die Lage prekäre…? ach verdammt ja mir geht das Geld für Urlaub aus…) In der selben Woche hatte der “Kulturrettungsschirm Bayern” schon Gespräche mit Markus Söder und den dazugehörigen Ministern geführt und auch Zusagen erhalten (okay seit dem ist bis auf den Lockdown light noch nicht viel passiert), das die finanziellen Soforthilfe Programme für Soloselbstständige Künstler und Musiker nachgebessert und aufgestockt werden…

Also mal ganz ehrlich “an einem Strang ziehen” sieht für mich anders aus und den Erfolg den der “Kulturrettungsschirm BayernVOR der Demo erreicht hat ist lobenswert. Nur wenn man sich hier mal zusammen tun würde, wie es immer so schön heißt, alle Gewerke mit ins Boot holt dann könnten wir mit einem blauen Auge aus dem Pandemiefall heraus kommen und alle Bereiche (U- und E- Musik aller Genres und alle Soloselbstständigen die in dieser Maschinerie noch dran hängen) davon profitieren und nicht nur einzelne Gruppierungen sich zu profilieren versuchen und damit die Prozesse die Notwendig sind für alle, zu verlangsamen und zu torpedieren weil es für Ihren Bereich, als nicht sinnvoll erachtet wird.

Wir müssen hier alle, wirklich alle mit ins Boot holen und einen Konsens finden mit dem wir alle über die Runden kommen und keinen Bevor- oder Benachteiligt. Langsam verliere ich aber den Glauben daran das dies gelingen wird, denn dafür müssten ja jeder für sich über seinen eigenen Schatten springen und solange wir darüber als Gesellschaft diskutieren, ob es rechtens ist Menschen zu retten die aus einem Kriegsgebiet flüchten und in Seenot geraten sind, solange wir weiterhin nach dem Prinzip Leben “ich bin mir selbst der nächste”, solange wird die prekäre Situation der Musiker, Künstler und Soloselbstständigen in der Corona Krise von der Politik nicht erkannt…

Gute Lobby Arbeit macht aus das alle beteiligten an einem Strang ziehen, auch wenn Sie sonst Konkurrenten sind oder gar nichts mit dem anderen zutun haben… Think about it.