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Subkulturen in München

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Mittlerweile lebe ich schon seit 18 Jahren in München. Wenn man in Ingolstadt aufwächst und dort seine Lehre macht, ist München immer so der Punkt für Vielfalt und Leben gewesen, denn in Ingolstadt war (und ist immer noch) nicht wirklich was an Abwechslung im Nachtleben geboten, geschweige denn eine Vielfalt die diversen Subkulturen einen Raum gegeben haben. Das war damals in München schon anders, das Atomic, Substanz, der alte Flughafen Rief mit seinen Clubs und danach der Kunstpark Ost mit den unterschiedlichsten Clubs auf einem Areal. Die kleinen Irish Pubs in der Innenstadt, das Sugar Shake für die Rock Fraktion und und und. München war bunt und ich schreibe bewußt WAR, denn aktuell im Jahr 2017 verschwinden diese Subkulturen immer mehr oder werden aus dem Stadtgebiet verdrängt.

Es ist schade, denn dafür habe ich München immer geliebt, denn man konnte sich durch die verschiedenen Subkulturen, locker ein ganzes Wochenende lang treiben lassen, hatte meinen Bock auf Techno, dann ging man zu den Punks oder zu den Rockern  und feierte dort, wollte man mit seiner neuen Flamme weggehen machte man zuerst ein paar schicke Bars unsicher, danach in einen Black Club und dann noch gepflegt zu einer der vielen Afterhours die es damals gab.

Und heute..?

Eine gepflegte Afterhour muss man in diesen Tagen echt mit der Lupe suchen, die Clubs die nach 6 Uhr noch geöffnet haben sollte man vorsichtig betreten, denn meist ist der der Männeranteil immens hoch, somit auch das aggressions Potenzial und von dem musikalischen Einheitsbrei den man in allen Clubs München (bis auf ein paar Ausnahmen, wie z.B. die Rote Sonne) aktuell zu hören kriegt möchte ich hier erst gar nicht anfangen. Für eine Stadt wie München ist das traurig und langsam kann ich die ganzen Leute schon verstehen warum Sie Berlin (noch) toll finden…

Aber woran liegt das..?

München durchlebt aktuell, wie ich finde, einen sehr starken Wandel mit dem Namen “Gentrifizierung” welcher, alles was Spaß macht, Ecken und Kanten hat aus dieser aufkeimenden sterilen “Schickimicki” Blase verdrängt.

“Als Gentrifizierung (engl. gentry [dʒɛntri] „niederer Adel“), auch Gentrifikation, im Jargon auch Yuppisierung (→ Yuppie), bezeichnet man den sozioökonomischen Strukturwandel bestimmter großstädtischer Viertel im Sinne einer Attraktivitätssteigerung für eine neue Klientel und dem anschließenden Zuzug zahlungskräftiger Eigentümer und Mieter. Damit verbunden ist der Austausch ganzer Bevölkerungsgruppen.” (Quelle: Wikipedia)

Es ist schon klar, wenn man in einer Luxussanierten Wohnung im Glockenbach Viertel wohnt und für den Quadratmeter weit über 20 € bezahlt, das man da die dort ansässige Szene nicht mehr haben möchte, die Laut ist und dem Viertel Ihrem Charakter gab und diejenigen dort hin ziehen lies, vor 5 oder 10 Jahren, die nun dort in diesem Viertel eine Familie gegründet haben und nun  dagegen vorgehen was Sie einst geliebt haben. Aber stellt Euch mal die Frage, was beleibt, wenn die Szene oder die Subkultur aus einem Stadtviertel verschwindet..? Genau, nichts was ein Stadtviertel besonderer macht als das andere, absolut nichts…

Ihr fragt Euch sicher, warum ich diesen Text schreibe. Das hat einen einfachen Grund, denn ich war im Mai diesen Jahres mal wieder auf einem Konzert wo ich die Band vorher nur vom Hörensagen kannte und irgendwann mal ist mir der ein oder andere Titel untergekommen. Da mich mein Tätowieren gefragt hat ob ich mit gehen möchte und ich das als gute Chance empfand meinen “Gentrifizierungs-Blues” zu bekämpfen sind wir dann auf das SLEAFORD MODS Konzert gegangen. Eine geile Stimmung war auf dem Konzert und so etwas habe ich schon nicht mehr erlebt seit den späten 80igern. Was ich meine seht Ihr hier glaube ich am besten in dem kleinen Video…

Eine ausgelassene Stimmung und so einen Pogo/Moshpit ohne das es in einer Schlägerei Endet hatte ich schon eine Ewigkeit nicht mehr. Wenn einer dabei hinfällt kommen fünf Leute und mehr und helfen Ihm auf und schubsen Ihn zurück in die Menge. Warum..? Weil es Spaß macht und weil es ein Lebensgefühl ist, welches man in dieser leider schon viel zu sterilen Stadt München kaum noch findet. Da ich öfter mal auf Konzerte gehe, war es schön ein Konzert genießen zu können ohne das man Handydisplay vor der Nase hat (ja ja ich weiß, einmal für 20 Sekunden und das war´s mit meiner Handyaktion und dann habe ich gefeiert), Menschen die sich noch ganz auf die Musik einlassen ohne der Welt mitteilen zu müssen auf welchem “verfickten” Mainstream Konzert man schon wieder abhängt.

Ich hoffe und ich wünsche mir, das München nie zu einer sterilen Großstadt wird in der sich nur noch reiche Menschen eine Wohnung in der Innenstadt leisten können und ich wünsche mir das den Subkulturen wieder mehr Space zugestanden wird, denn das machte München einst für mich zu einer sehr attraktiven und schönen Stadt und ich denke mit diesem Wunsch bin ich nicht alleine. Eines hat mir das Konzert gezeigt, zum einen das die Subkulturen noch in München existieren und das es noch Hoffnung gibt. Außerdem würde ich mir auch Wünschen, das die nachfolgenden Genrationen sich mehr für Subkulturen einsetzt und sich nicht von der sterilen, sauberen und reichen Blase blenden lässt, denn was soll und kann danach noch kommen..?

Tristess in HD, incl. eines veganen Weins und eines BIO englischen Garten auf dessen Eisbach Welle man nicht einmal mehr Surfen darf…

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