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Qualitätsbewusstsein – och come on…

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Qualitätsbewusstsein wird in den letzten Jahren immer größer geschrieben vor allen Dingen in der GASTRONOMIE und hier vor allem in der Küche. Hier möchte der Kunde nur Top Qualität, nachhaltig produzierte Produkte, keine Massentierhaltung und es muss top frisch sein. Am liebsten hätte es der Kunde noch wenn er wüsste wie die Kuh die hier auf seinem Teller liegt heißt und ein glückliches Leben gehabt hat. Soweit so gut und ist ja auch ein gutes Recht zu erfahren woher die Produkte kommen die man verzehrt…

Da ich als gelernter Koch und mittlerweile hauptberuflicher DJ und seit über 26 Jahren im Musik Business tätig bin, kann ich hier parallelen feststellen, denn wie beim Essen ist es mit der Musik genauso, es ist alles Geschmacksache. Wenn es mit diesen einfache Worten getan wäre, wäre es ja schön und alles wäre gut, ist es aber leider nicht, denn bei Musik hört bei vielen anscheinend das Qualitätsbewusstsein auf. (und hier meine ich nicht einzelne Genres, denn auch Schlager hat seine Berechtigung, aber halt nicht in meiner musikalischen Welt und mit mir, denn ich geh ja auch nicht AFD wählen) Sowohl kochen und Musik machen ist immer noch Handarbeit, ja auch das auflegen, denn keine Playliste dieser Erde kann die Stimmung auf der Tanzfläche und im Raum erkennen, außer man scheißt auf jeglichen Datenschutz und DSGVO und verwanzt den Veranstaltungsort mit unzähligen Kameras, lässt hier dann eine russische Gesichtserkennung darüber laufen und mit etwas Glück sucht dann die KI einen passenden Song aus, natürlich in russisch…

Wo soll man da Anfangen, denn nur weil Musik durch Streaming Dienste immer und überall verfügbar ist, geht auch das Qualitätsbewusstsein was Musik angeht, langsam aber sicher vor die Hunde und Musik wird zum schnell konsumierten “weg-klick” Artikel wo der Hörer den Qualitätsanspruch den er beim Essen aufrecht erhält, beim hören gänzlich über Bord wirft oder bei vielen auch gar nicht existiert. Um einen kleinen Überblick zu haben braucht man sich nur diverse Charts anschauen, was dort aktuell alles zu finden ist und die Algorithmen der KI´s in Streaming Diensten treiben das Dilemma nur noch weiter, denn wenn die kleine Chantal oder der Kevin “Capital Bra” in der Dauerschleife hört dann kommen diese “Künstler” eben nach oben und wenn die Cordula und der Markus in den 90er hängengeblieben sind dann läuft halt bei Ihrem Streaming Anbieter die 90er Playlisten heiß und pushen somit die manchmal fast schon peinlich produzierten Songs der 90er Dance Area wieder nach oben, was neuer und qualitativ hochwertiger Musik das bekanntwerden erheblich erschwert. Leider ist es ja mittlerweile ja auch so das Künstler für Festivals und Konzerte deshalb auch gebucht werden wenn Sie genügend plays bei Ihren Songs vorweisen können und eine Schar von Follower in den Sozialen Medien haben. Das hat leider nichts mit qualitativ gut und hochwertig gemachter Musik zu tun sondern nur damit, wer die beste Social Media Agentur hat und hier am meisten Geld ausgeben kann. Zum Glück gibt es immer noch ein paar Ausnahmen wie z.b. Trettmann und Kitschkrieg welche sich über Jahre hinweg Ihre Kredibilität aufgebaut haben ohne Play Statistiken bei YouTube oder ander Dienste zu manipulieren und ohne Major Label im Rücken.

Aber ich schweife ab, denn wenn ich als DJ jemanden vor mir stehen habe der wieder mal mit seinem Handy vor mir rum wedelt und unbedingt den YouTube Song hören will, dreht es mir immer den Magen um. Zum einen deswegen, weil es einfach an Ignoranz grenzt zu glauben “das geht immer” denn die neuen Handy Generationen haben alle keinen Mini Klinke Ausgang mehr für Kopfhörer (Thank you God) und über Bluetooth ist es aktuell in keine auf dem Markt erhältliche Pro DJ Software, möglich einen Song einzuspielen, geschweige denn zu mixen. Auch ist die Ton Qualität je nach Verbindungsgeschwindigkeit zum Internet unterschiedlich, denn alle Internet basierten Musik Dienste, rufen bevor sie einen Ton ausliefern die Geschwindigkeit ab mit dem das Gerät mit dem Internet verbunden ist und liefert an Hand der Geschwindigkeit auch die Qualität aus. Dies bedeutet LTE oder WLAN gute Quali – Edge bescheidene Quali und man darf nicht vergessen, das die Qualität mit der das Video hochgeladen wurde auch entscheidend ist welche Quali raus kommt. ( von den Werbe Einblendungen bei YouTube möchte ich jetzt erst gar nicht anfangen und anscheinend ist Deutschland kein YouTube Musik Land, denn hier wird die Werbung für den Free Account anders ausgeliefert und läuft nicht im Vorspann) Es ist immer tolle schlechte YouTube Sounds über eine 3.200 Watt Anlage abspielen zu müssen, aber selbst nur bei der halben Leistung hört es sich einfach bescheiden an, aber Hauptsache das Essen war Bio und Nachhaltig… 😉

Also nehmt Eure Adapter USB-c oder Lightning auf Mini Klinke mit wenn ihr den DJ mit Euren “vermeintlichen” YouTube Hits nerven wollt – ja es nervt – sorry – oder geht Ihr auch in die Küche in ein Restaurant welches keine Pommes auf der Karte anbietet und legt dem Koch Eure Lieblings TK Pommes hin mit den netten Worten “und jetzt mach”..? (Bitte und Danke kommt anscheinend echt aus der Mode, denn auch wenn ich musikalischer Dienstleister bin ist eine Gewisse Höflichkeit angebracht auch als Gast)

Das ich keine Schlager spiele ist ja allgemein bekannt und AustroPop ist kein Schlager, habe ich aber hier in meinem Blog schon mal erklärt und leider ist es mir wieder mal passiert, das man mich für ein “Schlager” fanatisches Publikum verbucht hat. Über die Person über die ich gebucht wurde hatte ich vor einigen Jahren schon mal ein ähnliches Erlebnis und danach hatten wir das Thema diskutiert und festgehalten, das ich für Schlagerveranstaltungen oder Schlager lastigen Feste NICHT zur Verfügung stehe. Leider wurde es wieder einmal ignoriert und somit werde ich die Zusammenarbeit mit der Dame beenden, ganz einfach, denn wer mich zu Schlager zwingt und denkt das alles ja so spaßig ist und ja nicht so schlimm, der zwingt auch Vegetarier Fleisch zu essen und Laktoseintolerante Menschen Ihren Kaffee nur mit Milch zu trinken.

Aber dennoch hoffe ich das der Qualitätsanspruch der Kunden welcher beim Essen und in der Gastro erhoben wird, auch irgendwann mal wieder auf die Musik abfärben wird und ich in meiner aktiven Zeit es vielleicht noch mit erleben darf das irgendwelche Gäste die gerne “etwas singen möchten” mit Ihrem Karaoke Niveau nicht mehr frenetisch gefiert werden, sondern einer den Buzzer aus packt und Ihnen dann mitteilt, das wir heute kein Foto für den Sänger haben…

So nun gehe ich aber mal zum MCDonalds und bestelle ein dutzend Sylter Austern mit Champagner und wehe wenn die das nicht haben dann mach ich die aber Rund und beschwere mich in allen sozialen Medien wie scheiße der Laden ist und morgen gehe ich dann zur Pommes Bude um die Ecke und bestell ein Filet Mignon aus biologischer Haltung mit Pommes rot weiß, denn the Sky is the Limit…

Ja nee is klar und Ironie Modus aus…

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