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Der Feind in meinem Haus

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Der Feind in meinem Haus oder externe Hochzeitsdienstleister die nicht vom Haus empfohlen wurden, werden meist wie ein unerwünschter Eindringling behandelt. Aber nun zum Anfang dieser Geschichte die ich in über zehn Jahren so noch nicht erlebt habe…

 

Im Juni 2016 war ich mal wieder für eine Hochzeit in Österreich gebucht, das ganze fand an einem schönen See statt und ich fuhr frohen mutes dort hin um eine klasse Party abzuliefern. Ankunftzeit war mit dem Brautpaar besprochen und auch die von mir bemessene Aufbauzeit von 2 Stunden war mehr als ausreichend. Nichts desto trotz hat der Verkehr mich um eine halbe Stunde ausgebremst und so kam ich dann 30 Minuten verspätet an. So wie für mich noch alles gut und die Zeit war ja von mir so geplant, das alles reibungslos klappt. Na ja denkste…

 

Als ich in der Örtlichkeit an kaum musst ich mir zu erst an der Rezeption einen Schrankenöffner holen (anscheinend der einzige in einem riesigen Areal), die Zufahrt war schnell gefunden ( wie gut das ich selbst Österreicher bin und hier die doch etwas seltsame Beschreibung wie ich den zur besagten Zufahrt komme, entschlüsseln konnte. Falsche Bergnamen zu nennen ist nicht sehr hilfreich, vor allen Dingen wenn der genannte Berg eigentlich am anderen ende des Ortes liegt) und nach dem ich geparkt hatte, erlaubte ich mir nach einer 3 Stunden Autofahrt zuerst die Toilette aufzusuchen.

 

Nun hörte ich schon im Treppenhaus, in dem ich mich aufhielt um mich erst einmal zu orientieren wo ich denn überhaupt hin muss, die Worte einer weiblichen Stimme “Du bist doch der DJ..?” was ich bejahte, gefolgt von dem Satz “Gib des Kastel her..!”… Äh wie bitte und wer sind Sie..? Die Dame kam dann die Treppe runter und ich stellte mich zuerst einmal mit “Hallo ich bin der Robert, der DJ für die Hochzeit” vor. Als Antwort bekam ich “Wurscht I brauch den öffner für die Schronkn”. Verwundert ging ich zu meinem Auto und holte den besagten Kasten und zum Glück für mich, das ich als Österreicher dem Dialekt folgen konnte…

 

Kurzer zwischen Kommentar: Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, das viele Österreicher, aber auch Bayern die irgendwo aus Hinterscheißleiten sind und endlich einen Zugang zum Internet haben, selbst bei Facebook im Dialekt oder in der Mundart schreiben..? “We I sowos ließ, schmeiß i mi imm wega..” das nur am Rande…

 

Zurück zum Thema… Okay, Kastl übergeben und nun folgte ich der “etwas” unfreundlich wirkenden Dame, deren Namen ich bis heute noch nicht weiß zum Ort meiner Wirkungsstätte an diesem Abend… Auf dem Weg dort hin erklärte Sie mir, das Sie nun die schlecht Wetter Variante für den Empfang nehmen mussten und ich durch die kompletten Gäste mein Equipment schieben musste. Okay, wurde mir so auch anders Kommuniziert, auch die schlecht Wetter Variante, aber he solche Spielchen kenne ich ja schon zur genüge.

 

Im Raum angekommen, war natürlich nichts vorbereitet, ich bat beim Brautpaar um einen Tisch aber da war nix, darauf hin bat ich um einen Tisch der für mich mit bestellt wurde, worauf hin der Satz viel “Hoast Du koan eigen Tisch dabei..?” – Äh Nein (Gedanke: Ich bin DJ und kein Möbeltransporteur). So begann ich mein Equipment in den Raum zur bringen in der Hoffnung das ich nach sechsmal Gästeslalom ein Tisch vorfinden werde… Na ja denkste die zweite…

 

Die “etwas” unfreundliche Bankett Chefin oder what ever war zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr im Raum, sondern nur noch eine der festangestellten Bedienungen, welche ich fragte “ob es nun möglich wäre einen Tisch zu bekommen, damit ich auf dauen kann”… Als Antwort bekam ich “musst da selbe huin – rechts, links und dann im Kammerl” – ja nee is klar, da war weder eine Kammer noch irgendwo Tische und eigentlich sollte die Beschreibung lauten “rechts, gerade aus hinter den Paravan da stehen dann Tische”, aber anscheinend wollte man mich in die Irreführen und so schmolz mein Zeitpolster dahin. Also Tisch geholt, aufgebaut und nach einer Tischdecke gefragt, zur Antwort kam dann das: “Hoast koan eigene  Stoff dabei (hihihi)..?”Da dachte ich mir nur ohne darauf einzugehen, “Gut flache Witze bringen uns hier jetzt nicht weiter aber zumindest können sie wenigstens das…”

 

Nach weitern 15 Minuten hatte ich endlich eine Tischdecke auf dem Tisch und ich hatte schon die Zusatz Boxen im Speisesaal verkabelt und angeschlossen. In der zwischen Zeit kam dann der Trauzeuge auf mich zu und teilte mir mit, nach dem er mich herzlich willkommen hieß, das sie nun 15 Minuten früher hoch kommen, da der Fotograf jetzt schnell das Gruppenfoto mache da es gerade nicht regnet. Okay, machbar, aber warum kann man dann die Gäste nicht noch einmal zum Ort des Empfanges zurück leiten um dann den Zeitplan einzuhalten..?

 

Na ja auch schon egal und pünktlich als dann die Gäste kamen war dann im Speisesaal auch die Musik am laufen und das Mikro funktionsfähig. Später bat ich dann noch um einen Stuhl, worauf ich dann wieder die Antwort bekam “Hoast koan eigen dabei..?” – Äh nein immer noch nicht (Gedanke: Ich DJ, nix Möbeltransporteur oder sind die DJs in Österreich alles Umzugsunternehmer..?) Weiter 15 Minuten später war dann auch im Raum in dem dann später gefeiert wurde die Anlage aufgebaut, das Licht platziert (aber auch erst nach Diskussionen, das man mir doch bitte nicht die Ballons dort hin hängt wo ich mein Licht auf stellen möchte) und dann nahm der Abend seinen Lauf und ich muss sagen trotz des ganzem war es eine geniale Party und dadurch lasse ich mir meine Laune nicht verderben…

 

ABER ich bin nun seit 11 Jahren als DJ auf Hochzeit in den verschiedensten Ländern und Locations unterwegs und ich kenne dieses “Revier gehabe” zur genüge, vor allem wenn man mit einem Deutschen Kennzeichen in Österreich oder in der Schweiz auf einer Hochzeit arbeitet. In der Regel gebe ich mich nach dem Aufbau als Österreicher zu erkennen um dann einfach eine angenehme Atmosphäre zu schaffen in der sich Gäste, ich und die Location Angestellte wohlfühlen. In dieser Location ist das nicht möglich, hier wird man ignoriert, geschnitten, nicht beachtet und wenn man höflich etwas fragt incl. Bitte und Danke muss man sich auf blöde und unprofessionelle Antworten einstellen.

 

Ich war in dieser Location von 16:30 – 03:30 vor Ort und keiner von den festangestellten Bedienungen hat mich die ganze Zeit über NICHT ein einziges mal gefragt ob ich etwas zu trinken möchte. Nur ein einziger Kellner, der von einer Leihfirma kam hat mir einen Kaffee angeboten. Das viele der Servicekräfte dieser Location von einer Leihfirma kommen konnte ich durch ein nettes Gespräch zum Schluss erfahren von einer der externen Bedienungen, die auch gesagt hat unter vorgehaltener Hand, das der Ton gegenüber der “Leihbedienungen” auch sehr unfreundlich sei. Das Essen für das ich mit eingeplant war wurde mir dann aber doch am Ort des Empfanges serviert, zusammen mit dem Fotograf (welcher bestimmt von der Location empfohlen wurde) und das dort mein Essen steht wurde mir mitgeteilt, als ich mit den Trauzeugen die nachfolgende Rede und den Mikroeinsatz besprochen habe. So etwas geht gar nicht, einfach dazwischen zu quatschen während ich mich mit den Trauzeugen unterhalte, das zeigte mir auf deutliche Art und weiße, das ich hier weder als Dienstleister respektiert werde oder gar willkommen bin.

 

Zum Dessert gab es dann die Hochzeitstorte, hier musste ich auch erfragen was denn für den Einzug, das rein bringen der Torte geplant ist. Zur Antwort bekam ich “de Turten wird zerst abfotografiert und dann nei troang” tja das war´s, keine Sternwerfer, keine Musik. Ich hab dann aber dennoch als die Torte lieblos reingeschoben wurde “Also sprach Zarathustra” angespielt und beim anschnitt der Torte, den Klassiker “Aber bitte mit Sahne” und das Brautpaar und die Gäste haben sich sehr darüber gefreut. Nur die “etwas falsche” Bankett Chefin oder what ever und die Bedienung hatten einen Gesichtsausdruck als wenn es schon seit Januar durch regnen würde. Es gab noch mehr solcher Anekdoten aber das war so der Haupttenor der den Abend für mich als externer nicht vom Haus empfohlener Hochzeitsdienstleister umschreibt…

 

Auch wenn es in diesem Areal an einem Tag 4-5 Hochzeiten gleichzeitig gibt, ist das noch lange keine Entschuldigung sich so gegenüber einem Hochzeitsdienstleister, welcher das Team vor Ort unterstützt zu benehmen, für den Arsch, ich hatte in dieser Woche selbst 4 Veranstaltungen die alle immer erst weit nach drei Uhr endeten…

 

Dies war ein Moment für mich an dem ich mich geschämt habe ein Österreicher zu sein. Da ich die rechten Tendenzen und die immensen Vorurteile gegenüber Deutschen (was ich nicht bin) und anderen Nationalitäten in Österreich kenne, war mir es leider nicht so bewusst, das sich dies schon auf diese Bereiche ausweitet. Auch das der Fotograf vom Haus empfohlen wurde (oder auch der Keyboard Spieler) und er hier bestimmt eine finanzielle Übereinkunft getroffen hat oder what ever und hier dann hofiert und als normaler Mitarbeiter behandelt wird finde ich an dieser Stelle nur zum kotzen und beschämend. KEINER der Festangestellten Bedienungen dort hat mit mir über den ganzen Abend ein Wort gewechselt, als ich mit dem Fotografen beim Essen saß und zur gleichen Zeit die besagte “etwas falsche” Bankett Chefin oder what ever auch aß, bat sie der Fotograf sich doch zu uns zu setzten. Diese Frage von Ihm wurde noch nicht einmal beantwortet und da ich mit dem Rücken zu dieser Dame saß kann ich leider nicht beurteilen welche abfällige Geste sie gemacht hat oder wie sie darauf reagiert hat…

 

Ich habe in meiner DJ Zeit noch nie so ein intolerantes und umprofessionelles zum Haus gehörenden Service und Bankett Leitung erlebt, das was diese Location vor allem für Hochzeiten erträglich macht, sind die netten, freundlichen und mit einem lächeln durch die Räume gehenden externes Miet-Service-Personal (welches auch aus Deutschland kommt) und nicht die nach vorne hin oberflächlich freundlichen festangestellten Bedienungen und schon gar nicht die Bankett Leitung oder what ever die am liebsten nur Ihr Empfehlungen verkaufen würde um hier vielleicht auch selbst noch etwas zu verdienen durch Provisionen. Für den Standard den sich dieses Haus, dieses große Areal auf die Fahnen schreibt, bin ich, der schon in 5 Sterne Plus Häuser gespielt hat anderes gewöhnt und auch erwarte ich hier einen professionellen Umgang mit externen Dienstleistern die vom Kunden mitgebracht werden, selbst wenn es “Piefkes” sind und ja eh bei Euch in Österreich für alles schuld sind, was in Europa so passiert…

 

Liebes Schloss Mondsee, liebes SALA Team, vielen Dank für diese Erfahrung, sich als Österreicher im eigenen Land als unwillkommener Schmarotzer, fast schon wie ein Flüchtling zu fühlen und ich werde Ihre Location weder weiter empfehlen noch jemals wieder dort als DJ tätig sein und ich wünsche Ihnen viel Glück für die Zukunft (die werden sie bestimmt brauchen) und ich hoffe für Sie, das Sie wenigstens Ihre Gäste weiterhin mit dem nötigen Respekt und der so bekannten Österreichischen Gastfreundschaft und Freundlichkeit bewirten, wenn Sie es schon nicht bei externen Dienstleistern tun die Sie eigentlich nur unterstützen wollen um Ihren Brautpaaren den schönsten Tag Ihres Lebens zu ermöglichen… Servas…

 

Comments(3)

  • Lisa
    11. Juli 2016, 18:18  Antworten

    Eine echte Schande sowas!…Ich kann nur sagen dass zum Glück nicht alle österreichischen Landsleute von uns so sind. Tut mir leid dass du so eine doofe Erfahrung machen musstest Robert! Liebe Grüße aus dem Glockenbachviertel, Lisa =)

    • 11. Juli 2016, 23:34

      Hi Lisa, danke Dir und ja war nicht schön und es ist echt erschreckend was da in unserem schönen Österreich gerade abgeht und ich hoffe das es sich bald wieder bessern wird. Ja zum Glück sind nicht alle so, aber je weiter man aus den Städten Österreichs rauskommt desto brauner wird es und das finde ich sehr sehr traurig, wo doch Österreich eigentlich bekannt ist für seine Gastfreundschaft… LG aus Nymphenburg – Rob… 😉

  • 25. Juli 2016, 00:31  Antworten

    Das die Österreicher in Ihrem Land diskriminieren, ist sogar ein Thema in Brüssel: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-2493_de.htm

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