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Das ueber30 Dilemma

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Das ueber30 Dilemma – Da ich ja selber als DJ immer wieder mal auch auf Ü30 Partys auflege und ich selbst auch schon die 30 überschritten habe, wäre ich als Gast genau in der richtigen Zielgruppe für diese Art von Veranstaltungen und ehrlich gesagt ich würde wahrscheinlich selbst nie auf eine selbige, privat gehen. Aber holen wir etwas weiter aus…

Ü30 Partys wurden damals ins Leben gerufen um die Zielgruppe der 30+ wieder zum weggehen zu bewegen, man wollte durch eine Altersbegrenzung das Umsatzkräftige Partypublikum von den Kids abtrennen und Ihnen einen Platz unter Ihresgleichen bieten wo sie sich wohlfühlen und ungehemmt feiern, flirten und what ever tun können, aber immer unter gleichaltrigen.
Hier war der musikalische Aspekt erst zweitrangig. Etwas später begann man dann Ü30 Partys mit einem musikalischen Motto zu versehen wie zum Beispiel “Forever Young”, “Thirty Dancing” oder “Brickhouse Club” um dem schon damals schwächendem Ü30 Party Konzept noch einmal Schwung zu geben. Gut, das wird bis heute auch immer noch so durch geführt.

Bei einer Ü30 Party muss ich leider immer an 70er Jahre, Oldies, aktueller Radio Mainstream und alles was man immer irgendwo hört denken, keine Remixe, nur sporadisch mixende DJs und Menschen die schon seit langem das feiern verlernt haben. Das ist traurig…

Da wundert es nicht, das der Ruf dieser Veranstaltungen immer schlechter wird. Hier fallen schon mal Begriffe wie “Mumien Schubsen”, “Grufti Party” oder gar “Reste ficken” und ich frage mich wo die ganzen 30+ Gäste sind die aktuell diese, für Veranstalter, magische Grenze überschritten haben..?

Ich lege als DJ viel und oft für die unterschiedlichsten Generationen auf und wenn es eine gute Mischung ist von jung und alt dann gibt das auch immer eine Hammer Party. Auch musikalisch ist die ältere Generation immer noch offen für neues, was ich mittlerweile bei unzähligen 30. – 40. und 50. Geburtstage erleben konnte und jedes mal wünschen sie sich den Sound den ich spiele auch in einem Club in den Sie gehen können. Ich spiele auch aus allen Genres, aus allen Jahrzehnten und ich vergesse nie die Klassiker, aber der Großteil meines Sets besteht aus aktuellen Sachen. Das mag daran liegen das ich aufgewachsen und weggegangen bin mit der Prämisse, ich gehe in den Club, um neue gute Sachen zu hören und um später auf die guten Klassiker zu grölen. Für alles andere kann ich auch den Radio an machen…

Anscheinend denken aber viele das eine Ü30 Party immer nur 70er und 80er Jahre Sound (und etwas Fox und Salsa, den das darf ja nicht fehlen) bedeutet, mit den aktuellen Top Ten der Deutschen Charts in der Dauerschleife. Ich finde es schade das manche Menschen einfach musikalisch stehengeblieben sind und im Mainstream Quotenradio gefangen sind ohne den Anspruch sich musikalisch mal etwas neues zu gönnen. So etwas nenne ich resignieren…

Leider hat sich diese “Alters-Selektierung”, was zu Beginn der Ü30 Partys nur auf die Gäste Anwendung fand, nun auch auf die Musik die dort gespielt wird, ausgeweitet. Dies liegt leider zum teil auch bei den Veranstaltern, die zwar immer gerne eine Ü30 Party ausrichten, aber dabei völlig außer acht lassen das diese Gäste die sie eigentlich nun haben wollen, nicht mit der 70er oder 80er Jahre Musik großgeworden sind. Die heutige 30+ Generation oder diejenigen die auf solche Partys nun gehen, sind in den 90er und dem Millenium durch die Clubs gezogen und würden auch gerne diesen Sound wieder hören, aber das machen Sie lieber zu Hause oder bei privat Partys (wieder gut für mich, denn für diese werde ich gebucht), denn diese neue Generation 30+ weiß genau das der Sound, der Sie feiern lies bei den heutigen Ü30 Partys immer noch nicht gespielt wird…

Deswegen ist auch zu beobachten, das die schon seit Jahren laufenden Ü30 Partys nun schon mehr Ü40, Ü50 oder gar Ü60 Partys geworden sind und die neuen Ü30ger bleiben dem ganzen fern da es ja eh immer nur die selben “Weather Girls”, “I am What I am”, “YMCA” und “Summer of 69” gibt…

Oft ertappe ich mich bei solchen Veranstaltungen bei dem Gedanken “Haben die eigentlich noch Spaß am Leben?”, Sind die eigentlich nur hier weil zu Hause keiner ist oder weil zu Hause einer ist den man nicht sehen möchte? Wird einem mit 30+ das Recht entzogen zu feiern? Warum? Man steht mitten im Leben, ist (meist) klüger als mit 18 oder 20, man kennt seine Grenzen und schon alleine das wäre doch ein Grund zum feiern, last den Alltag zu Hause und freut Euch über einen Ort an dem sich die Gäste nicht mit “yo alter” begrüßen und eine gute Mischung aus alter und neuer Musik für Euch gespielt wird, bleibt offen für neues…

An manchen dieser Abenden, habe ich manchmal das Bedürfnis “Es lebe der Zentralfriedhof” zu spielen um dem was ich machmal dort sehe, einen musikalischen Ausdruck zu verleihen…

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